ünzsammlern in aller Welt ist wohl bekannt, dass jahrhundertelang Münzen und Medaillen in der markgräflichen Münzstätte Schwabach geprägt worden sind und weite Verbreitung fanden. Vergleichsweise wenige Exemplare waren an ihrem Entstehungsort geblieben, oft liebevoll gehütet in privaten Sammlungen. Grund genug für engagierte Bürgerinnen und Bürger, vor drei Jahrzehnten eigens einen Verein für Schwabacher Münzen e.V. zu gründen, um mit Unterstützung der Sparkasse Mittelfranken-Süd und beraten von wissenschaftlich ausgewiesenen Fachleuten - hier vor allem vom Ehepaar Dr. Elisabeth und Dr. Walter Frank - zumindest jeweils ein Original von jeder Prägung nach Schwabach zurück zu holen und systematisch in eine Sammlung einzuordnen. Aufgenommen wurden auch Medaillen und Münzen, die zwar nicht in Schwabach selber geprägt wurden, aber thematisch in die Zeit der Markgrafen aus dem Hause Hohenzollem gehören.

ittlerweile ist der Münzverein in der Lage, numismatische Kostbarkeiten aus über drei Jahrhunderten der fränkischen bzw. europäischen Geschichte zu zeigen und Porträts aus einer Zeit, die noch keine Fotografien kannte, dazu Lebensverhältnisse, Schicksale und Symbole der Vergangenheit zu erläutern und viele historische Themen - wie sonst nur über schriftliche Quellen - überhaupt erst verständlich zu machen.

n den ersten Katalogen von 1995 und 2005 konnte bereits ein beeindruckendes Zwischenergebnis vorgelegt werden. Das überaus verdienstvolle Wirken des Vereins hat 2013 gleichsam eine Krönung erfahren durch die Herausgabe des 164 Seiten starken Buches "Die Zollern in Franken und ihre Münzstätten in Schwabach" (mit über 1000 Abbildungen!), für das die kompetenten Autoren Dr. Walter Frank und Jürgen Schwab verantwortlich zeichnen. Nimmermüde und gerade rechtzeitig zum 30-jährigen Jubiläum des Schwabacher Münzvereins haben Dr. Walter Frank und sein Co-Autor Jürgen Schwab die Geschichte der vier Schwabacher Münzstätten in ihrem 300-seitigen Kompendium "Ein halbes Jahrtausend Geschichte zum Anfassen" aufgearbeitet.

 

 

Autor: Eugen Schöler, Historiker, Genealoge, Heraldiker, Buch- und Rundfunkautor

 

Münze/Medaille des Quartals

Wir stellen Ihnen hier in regelmäßigen Abständen interessante Stücke aus unserem Vereinsbestand vor:

Goldguldenfälschung ca. 1492

Die Schwabacher Goldgulden mit 18,5 Karat Gold, aus dem landeseigenen Bergbau in Goldkronach, waren im ganzen Deutschen Reich sehr geschätzt und deshalb kam es aus Gewinnsucht auch zu Fälschungen mit stark vermindertem Goldgehalt. Im Jahr 1492 teilte der Nürnberger Stadtrat der markgräflichen Regierung in Ansbach mit, dass man falsche Schwabacher Goldgulden im Umlauf festgestellt habe. Die amtliche Untersuchung ergab: der Patrizier Heinrich Schürstab (ein Schwiegersohn des angesehenen Nürnberger Patriziers Hans Imhof) und der Goldschmied Franz Lengenfelder hatten „etliche falsche messingne Gulden auf markgräflichen Schlag gemacht.“ Die damaligen Strafen für solcherlei Vergehen waren äußerst drastisch: beide Nürnberger Bürger wurden zum Tode verurteilt und am 11. Dezember 1492 mit dem Schwert enthauptet. Eine Bäuerin, bei der ebenfalls gefälschte Gulden gefunden wurden, habe man zur Strafe „durch die Backen und in die Stirn gebrannt“, sie war damit ihr Leben lang für diese Tat „gekennzeichnet“. 

Alle Münzen und Medaillen der Stiftung Dres. Frank finden Sie in unserem Buch „Die Zollern in Franken und ihre Münzstätten in Schwabach“ s. Rubrik „Veröffentlichungen“ Veröffentlichungen - Verein für Schwabacher Münzen e.V. Webseite! (schwabacher-muenzverein.de) bestellbar bei markus.schleif@schwabacher-muenzverein.de


Broschüren zu Vorträgen von Eugen Schöler:


Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach

Eine Bilanz zum 300. Geburtstag des Wilden Markgrafen

Friederike Louise - Markgräfin und Königliche Hoheit

Zum 300. Geburtstag der jüngeren Schwester Friedrichs des Großen